Der Deutsche Buchpreis 2026 geht an Shida Bazyar und ihren Roman „Die Lücken“

Shida Bazyar hat den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Ihr Roman „Die Lücken“ umspannt ein ganzes Jahrhundert und basiert auf ihrem Heimatort.

Shida Bazyar hat den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen! Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Außerdem dürfte ihr Buch „Die Lücken“ schnell zum Bestseller werden.

In der Vergangenheit erreichten vor allem die Gewinnertitel Spitzenplätze der Verkaufsränge. Schätzungen zufolge könnte sich damit der Gewinn des Buchpreises verzehnfachen, entsprechend begehrt ist der Sieg der Verleihung. Die fünf anderen Autor*innen der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro als „Trostpreis“. Im Jahr 2024 gab es einen Eklat, weil der nominierte Autor Clemens Meyer den Buchpreis nicht für sein Epochenwerk „Die Projektoren“ erhielt, woraufhin er der Jury vorwarf, ihre Entscheidung wäre „eine Schande für die Literatur“, außerdem „eine Scheiße und eine Unverschämtheit“.

Solche Töne dürften Shida Bazyar heute fern liegen. Wir schauen einmal auf die Biografie, das Werk und den nominierten Roman der Buchpreis-Gewinnerin 2026. In der Presse heißt es darüber sogar: „Dieser neue Roman ist das beste Buch, das ich je gelesen habe“. Das sind große Lorbeeren, auch in Verbindung mit dem Sieg beim Deutschen Buchpreis.

Shida Bazyar feiert seit zehn Jahren literarische Erfolge.
Quelle: IMAGO / Future Image

Shida Bazyar

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Shida Bazyar, 1988 im Rheinland-Pfälzischen Hermeskeil geboren, zählt zu den markantesten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Als Tochter iranischer Eltern, die während der Islamischen Revolution aus dem Iran flohen, schreibt sie konsequent über Exil, Migration und das Nachleben von Geschichte in der deutschen Gegenwart. Nach dem Studium des Literarischen Schreibens in Hildesheim arbeitete sie lange parallel in der Jugendbildung und als freie Autorin. Heute lebt sie in Berlin.

Bereits ihr vor zehn Jahren erschienenes Debüt „Nachts ist es leise in Teheran“ – eine Familiengeschichte zwischen Revolution, Flucht und deutscher Gegenwart – wurde vielfach ausgezeichnet und schaffte es 2026 sogar auf die Shortlist des International Booker Prize, einen der wichtigsten Buchpreise der Welt. Ihr zweiter Roman „Drei Kameradinnen“ (2021) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, so wie jetzt auch ihr neuestes Werk. „Drei Kameradinnen“ wurde 2026 auch verfilmt und kommt am 5. November in die Kinos – genau einen Monat nach der Buchpreisverleihung.

Lesetipp: Die Buchverfilmungen des Herbstes 2026.

Der Sieger-Roman „Die Lücken“

Mit „Die Lücken“ legt Bazyar nun eine „literarische Archäologie der Heimat“ vor. Im fiktiven Hunsrück-Dorf Heimesbach verdichten sich neunzig Jahre deutscher Geschichte zu einem kunstvollen Erzählmosaik: Es führt von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis zu aus dem Iran geflohenen Familien in den 1980ern. Shida Bazyar legt dem fiktiven Handlungsort ihre eigene Heimat Hermeskeil zugrunde.

„Die Lücken“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 – für Bazyar die zweite Buchpreis-Nominierung nach „Drei Kameradinnen“. Der Roman ist zudem Teil einer dreifachen Würdigung dieses Literaturherbstes: Er ist auch für den Bayerischen Buchpreis und den Wilhelm-Raabe-Preis nominiert.

Lesetipp: Das Portrait der ebenfalls für den Deutschen Buchpreis 2026 nominierten Franziska Gänsler.

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