„Orca“ von Franziska Gänsler: Kurzportrait zur Autorin und dem Buchpreis-nominierten Roman
Franziska Gänsler steht mit ihrem Roman „Orca“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026. Wir stellen Autorin und Werk vor.
Mit ihrem Roman „Orca“ steht Franziska Gänsler auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026. Die Auszeichnung wird am 5. Oktober 2026 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse vergeben und kürt den deutschsprachigen „Roman des Jahres“. Für die Autorin ist die Nominierung ein wichtiger Moment in einer Laufbahn, die seit ihrem Debüt „Ewig Sommer“ viel Aufmerksamkeit bekommen hat.
Wer ist Franziska Gänsler?
Geboren wurde Franziska Gänsler 1987 in Augsburg. Nach einem Studium des Modedesigns widmete sie sich der Kunst und Anglistik in Berlin, Wien und Augsburg. Heute lebt die Autorin in Augsburg und Berlin.
Bekannt wurde sie mit ihrem Debütroman „Ewig Sommer“, der 2022 erschien. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt, für das Theater adaptiert und mehrfach ausgezeichnet. 2024 folgte ihr zweiter Roman „Wie Inseln im Licht“. Mit „Orca“ legt Gänsler ihren dritten Roman vor.
In ihren Büchern geraten Figuren oft in Situationen, in denen Gewissheiten brüchig werden. Es geht um Nähe, um Erinnerung und um Menschen, die unter Druck anders handeln, als sie es vielleicht von sich selbst erwartet hätten. Gänsler erzählt dabei meist leise, aber nie harmlos. Unter der ruhigen Oberfläche ihrer Geschichten liegt oft etwas Bedrohliches.
Worum geht es in „Orca“?
„Orca“ erzählt von Cora, die an der Fleischtheke eines Supermarkts arbeitet und ein eher stilles, zurückgezogenes Leben führt. Als ihre frühere Kindheitsfreundin Olympia verhaftet wird, muss Cora an einen Sommer zurückdenken, der ihr Leben geprägt hat.
Damals hatten sich Cora und Olympia nach Jahren ohne Kontakt wieder angenähert. Für Cora wird Olympia schnell zu einer wichtigen Person: Sie fühlt sich von ihr gesehen, verstanden und ernst genommen. Gleichzeitig kommt sie durch Olympia in ein neues Umfeld, in dem Gemeinschaft, Aktivismus und der Wunsch nach Veränderung eine große Rolle spielen.
Mit der Zeit wird diese Nähe komplizierter. Cora möchte dazugehören und verliert dabei immer stärker den Abstand zu Olympia und deren Umfeld. Eine radikale Idee gewinnt an Bedeutung, und Cora gerät in eine Situation, aus der sie sich nicht mehr leicht lösen kann.
Der Roman handelt von Freundschaft, Abhängigkeit und dem Wunsch, einen Platz in der Welt zu finden. Zugleich fragt „Orca“, wie Menschen in Entwicklungen hineingeraten, deren Folgen sie erst spät erkennen.
Buchdaten:
- Titel: „Orca“
- Autorin: Franziska Gänsler
- Verlag: Kein & Aber
- Erscheinungstermin: 17.08.2026
- Umfang: 368 Seiten
- ISBN: 978-3-0369-5099-0
- Preis: 25 Euro
Warum ist die Nominierung wichtig?
Die Shortlist-Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2026 rückt „Orca“ in den Mittelpunkt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die Jury beschreibt den Roman als Geschichte, die über die Freundschaft zweier junger Frauen hinausgeht. Im Blick steht auch eine Generation, die nach Gemeinschaft sucht und dabei an persönliche Grenzen stößt.
Lesetipp: Das Portrait der ebenfalls nominierten Dana Vowinckel