Autorenportrait Dana Vowinckel: Die Buchpreis-nominierte Autorin von „Anton und Alma“

Dana Vowinckel steht mit „Anton und Alma“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026. Wir stellen die Autorin und ihr Werk vor.

Die 30-jährige Berliner Autorin Dana Vowinckel gehört in diesem Jahr zu den sechs Finalist*innen des Deutschen Buchpreises. Am 5. Oktober 2026 wird im Frankfurter Römer bekannt gegeben, wer die Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres erhält. Mit ihrem zweiten Roman „Anton und Alma“ hat Vowinckel den Sprung auf die Shortlist geschafft und steht damit im Fokus der deutschsprachigen Literaturszene.  

Doch wer steckt hinter der Autorin? Wir werfen einen Blick auf ihren bisherigen Lebensweg und ihr schriftstellerisches Schaffen. Im Anschluss stellen wir ihren nominierten Roman „Anton und Alma“ näher vor und verraten, warum das Werk das Zeug dazu hat, mit dem Deutschen Buchpreis 2026 ausgezeichnet zu werden.

Dana Vowinckels erster Roman erschien 2023.
Quelle: IMAGO / Funke Foto Services

Wer ist Dana Vowinckel?

Dana Vowinckel wurde am 15. April 1996 in Berlin-Kreuzberg geboren. Ihre Mutter ist die deutsche Historikerin Prof. Dr. Annette Vowinckel, ihr Vater ein jüdischer US-amerikanischer Literaturwissenschaftler. Nach dem Abitur 2014 arbeitete sie ein Jahr bei der Labyrinth Theater Company in New York. Anschließend studierte sie ab 2015 Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse, Cambridge und Frankfurt (Oder). Schon während ihrer Schulzeit und ihres Studiums begann sie, eigene literarische Texte zu schreiben.

2011 und 2013 wurde sie mit einem Förderpreis des Treffens junger Autoren ausgezeichnet, 2018 schaffte sie es auf die Shortlist des Wettbewerbs „Berlin Stories“. Größere Bekanntheit erzielte sie durch die Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2021. Auf Einladung der Literaturkritikerin Mara Delius präsentierte sie dort einen Auszug aus ihrem späteren Debütroman „Gewässer im Ziplock“ und erhielt dafür den Deutschlandfunk-Preis.

Dana Vowinckels Debütroman „Gewässer im Ziplock“

Wer ist Dana Vowinckel?

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Dana Vowinckel wurde am 15. April 1996 in Berlin-Kreuzberg geboren. Ihre Mutter ist die deutsche Historikerin Prof. Dr. Annette Vowinckel, ihr Vater ein jüdischer US-amerikanischer Literaturwissenschaftler. Nach dem Abitur 2014 arbeitete sie ein Jahr bei der Labyrinth Theater Company in New York. Anschließend studierte sie ab 2015 Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse, Cambridge und Frankfurt (Oder). Schon während ihrer Schulzeit und ihres Studiums begann sie, eigene literarische Texte zu schreiben.

2011 und 2013 wurde sie mit einem Förderpreis des Treffens junger Autoren ausgezeichnet, 2018 schaffte sie es auf die Shortlist des Wettbewerbs „Berlin Stories“. Größere Bekanntheit erzielte sie durch die Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2021. Auf Einladung der Literaturkritikerin Mara Delius präsentierte sie dort einen Auszug aus ihrem späteren Debütroman „Gewässer im Ziplock“ und erhielt dafür den Deutschlandfunk-Preis.

Dana Vowinckels Debütroman „Gewässer im Ziplock“

Der Roman erschien 2023 im Suhrkamp Verlag. Darin erzählt Vowinckel von der 15-jährigen Margarita und ihrer jüdischen Familie, deren Lebenswege zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem verlaufen. Der Roman beschäftigt sich mit Familie, Identität, jüdischem Leben und Erinnerung. Für das Debüt erhielt die Autorin mehrere Literaturpreise, darunter den Mara-Cassens-Preis 2023 und den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2024. Außerdem stand das Buch 2024 auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Mittlerweile wurde ihr Erstlingswerk in mehrere Sprachen übersetzt und am Niedersächsischen Staatstheater Hannover als Bühnenfassung realisiert.

Die Autorin kommt ursprünglich aus Berlin.
Quelle: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

„Anton und Alma“ auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2026

Mit ihrem zweiten Roman hat es Vowinckel nun auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 geschafft. Aus insgesamt 205 gesichteten Titeln, die zwischen Oktober 2025 und dem 8. September 2026 erschienen sind, wählte die Jury zunächst 20 Romane für die Longlist und schließlich sechs Bücher für das Finale aus.

Im Mittelpunkt der Story stehen Anton und Alma, die sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennenlernen und Jahre später in Berlin wiederbegegnen. Beide studieren an derselben Universität, kommen aber aus sehr unterschiedlichen familiären Verhältnissen. Anton stammt aus einer jüdischen Akademikerfamilie, während Alma bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater am östlichen Stadtrand Berlins aufgewachsen ist. Trotzdem verlieben sich die beiden ineinander.

Ihre Beziehung bleibt nicht von den politischen Ereignissen ihrer Zeit verschont. Anton geht nach New York, um über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum zu schreiben, während Alma in Berlin zurückbleibt. Die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und der Gaza-Krieg wirken sich schließlich auch auf ihr persönliches Leben und ihr Umfeld aus. Dana Vowinckel verbindet die Liebesgeschichte damit mit Fragen rund um Familie, Religion, jüdisches Leben, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Konflikte.

Warum Dana Vowinckels „Anton und Alma“ die Jury überzeugt hat

Die Jury des Deutschen Buchpreises bezeichnet „Anton und Alma“ als Liebes- und Familiengeschichte sowie als politischen Gegenwartsroman. Besonders hervorgehoben wird die Verbindung der persönlichen Schicksale mit weltpolitischen Ereignissen:

Dana Vowinckels „Anton und Alma“ ist eine eindringlich erzählte Liebes- und Familiengeschichte sowie ein politischer Gegenwartsroman, der in Berlin und New York spielt. Er zeichnet sich durch ein überzeugendes Changieren der titelgebenden Figuren zwischen Nähe und Distanz aus. Zugleich sind die individuellen Schicksale mit weltpolitischen Ereignissen verschränkt, wodurch eine vielschichtige Reflexion von Gesellschaft, Religion und Familie sowie speziell von Judentum und Antisemitismus gelingt. Wie eng Liebes- und Zeitgeschichte narrativ miteinander verbunden sind, zeigt sich, wenn parallel zur Eskalation des israelisch-palästinensischen Konflikts seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 das Geschehen in Berlin eine dramatische Wendung nimmt. (Kommentar der Jury)  

Buchdaten:

Autorin: Dana Vowinckel
Titel: „Anton und Alma“
Verlag: Suhrkamp Verlag
Seitenzahl: 542 Seiten
ISBN: 978-3-518-43297-6
Preis: Printausgabe: 26,00 Euro, eBook: 21,99 Euro
Erscheinungsdatum: 2. September 2026

Lesetipp: Autorenportrait des ebenfalls nominierten Elias Hirschl.