„Das Lied von Eis und Feuer“: Welche Reihenfolge bringt dir das beste Erlebnis?
„Das Lied von Eis und Feuer“: In welcher Reihenfolge liest du die Bücher? Wie passt die Serie dazu? Der Überblick für den besten „Game of Thrones“-Einstieg.
Kaum eine Fantasywelt ist so komplex, düster und unberechenbar wie Westeros. Mit „Das Lied von Eis und Feuer“ (Originaltitel: „A Song of Ice and Fire“) erschuf George R. R. Martin eine Saga, in der Könige um den Eisernen Thron ringen, mächtige Häuser einander misstrauisch belauern und jenseits der gewaltigen Mauer im Norden eine uralte Bedrohung erwacht. Während die beliebte Serie „Game of Thrones“ 2019 mit der achten Staffel endete, ist die zugrundeliegende Romanreihe bis heute nicht abgeschlossen. Hier erfährst du, in welcher Reihenfolge du die bisherigen Bände lesen solltest und ob eine Fortsetzung der Fantasy-Saga in Sicht ist.
Die Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“
Bisher wurden fünf englische Romane der Fantasy-Reihe „A Song of Ice and Fire“ von George R. R. Martin veröffentlicht. Die Saga diente als Vorlage für die Serie „Game of Thrones“ die zwischen 2011 und 2019 auf HBO lief. Obwohl die Geschichte noch nicht abgeschlossen ist, gelten die bisher erschienenen Bände als Meilensteine moderner Fantasy‑Literatur.
In dieser Reihenfolge liest du die fünf Originalbände von „A Song of Ice and Fire“:
- „A Game of Thrones“ (1996)
- „A Clash of Kings“ (1998)
- „A Storm of Swords“ (2000)
- „A Feast for Crows“ (2005)
- „A Dance with Dragons“ (2011)
Für die deutsche Taschenbuchausgabe wurden die umfangreichen Originalbände jeweils geteilt: Aus den fünf englischen Romanen entstanden zehn deutsche Bände. So wurde beispielsweise „A Game of Thrones“ in die beiden Teile „Die Herren von Winterfell“ und „Das Erbe von Winterfell“ aufgeteilt.
2016 brachte der Verlag Penhaligon eine neu überarbeitete Übersetzung der Buchreihe heraus. In dieser Fassung wurden zahlreiche Namen und Begriffe stärker eingedeutscht. Wer also ältere und neuere Ausgaben miteinander vergleicht, kann bei einigen Figuren sowie Orts- und Hausnamen Unterschiede feststellen. So heißt etwa Jon Snow in der alten Übersetzung weiterhin Jon Snow, während er in der neuen Fassung zu Jon Schnee wurde.
Tipp: Wer nicht genug von „Das Lied von Eis und Feuer“ bekommen kann, sollte auch einen Blick auf die weiteren Werke von George R. R. Martin werfen, die im „Game of Thrones“-Universum angesiedelt sind. Sie erweitern die Geschichte von Westeros um spannende Hintergründe.
„Das Lied von Eis und Feuer“: Die richtige Reihenfolge der zehn deutschen Bände
Wenn du die klassische deutsche Taschenbuchausgabe besitzt, liest du die Bücher einfach in der ihr dabei angegebenen Reihenfolge. Die zehn Bände entsprechen den bisher erschienenen fünf englischen Originalromanen, die für den deutschen Markt jeweils geteilt wurden:
- „Die Herren von Winterfell“ (1997)
- „Das Erbe von Winterfell“ (1997)
- „Der Thron der Sieben Königreiche“ (2000)
- „Die Saat des goldenen Löwen“ (2000)
- „Sturm der Schwerter“ (2001)
- „Die Königin der Drachen“ (2002)
- „Zeit der Krähen“ (2006)
- „Die dunkle Königin“ (2006)
- „Der Sohn des Greifen“ (2012)
- „Ein Tanz mit Drachen“ (2012)
Die deutsche Neuauflage: „Das Lied von Eis und Feuer“ wieder in fünf Bänden
Penhaligon veröffentlichte ab 2016 eine gebundene Neuauflage der Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“, die sich stärker am englischen Original orientiert. Die fünf bisherigen Originalromane wurden hierbei nicht geteilt:
- „Der Winter naht“ (2016), entspricht dem englischen Originalroman „A Game of Thrones“.
- „Unser ist der Zorn“ (2016), entspricht „A Clash of Kings“.
- „Hört mich brüllen“ (2016), entspricht „A Storm of Swords“.
- „Hoch hinaus“ (2017), entspricht „A Feast for Crows“.
- „Ein grimmiger Feind, ein treuer Freund“ (2017), entspricht „A Dance with Dragons“.
Noch lange nicht Schluss: „The Winds of Winter“ und „A Dream of Spring“
Wer nach „Ein Tanz mit Drachen“ beziehungsweise „Ein grimmiger Feind, ein treuer Freund“ weiterlesen möchte, hat derzeit das Nachsehen. George R. R. Martin legte bereits 2006 die Reihenfolge der geplanten Bände fest. Demnach stehen noch der sechste Teil „The Winds of Winter“ und der Abschlussband „A Dream of Spring“ aus.
Seit 2011 warten Fans sehnsüchtig auf eine Fortsetzung, werden jedoch immer wieder vertröstet. Ein konkreter Veröffentlichungstermin ist bis heute nicht bekannt, zumal Martin laut eigenen Aussagen immer noch am Manuskript arbeitet und andere Projekte derzeit für ihn Priorität haben. Und so langsam schleicht sich bei einigen Leser*innen die Frage ein, ob die Buchreihe jemals zu einem Abschluss kommen wird.
Auch auf Reddit wird diese Frage heiß diskutiert: Viele Fans glauben, dass Martin wegen des enormen Erwartungsdrucks nach „Game of Thrones“ blockiert ist und nicht mehr glaubt, die Geschichte zufriedenstellend abschließen zu können. Andere vermuten, dass er sich in zu vielen Nebenprojekten verliert und die komplexe Handlung inzwischen schwer zu entwirren ist.
Noch mehr Westeros: Diese Bücher gehören zum Universum
Wenn du nach den zehn Hauptbänden noch nicht genug von Westeros hast, musst du nicht zwangsläufig auf den nächsten Roman warten. Martin hat im Laufe der Jahre mehrere Begleitwerke und Vorgeschichten veröffentlicht:
„Der Heckenritter von Westeros: Das Urteil der Sieben“ (2013)
Der Sammelband enthält drei Geschichten über den jungen fahrenden Ritter Ser Duncan den Großen und seinen Knappen Ei, die rund 90 Jahre vor „Das Lied von Eis und Feuer“ spielen.
„Westeros: Die Welt von Eis und Feuer – Game of Thrones“ (2015)
Das umfangreiche Begleitwerk von George R. R. Martin, Elio M. Garcia und Linda Antonsson beleuchtet die Geschichte Westeros’ von den Ersten Menschen und Valyria bis zu den Targaryens und den Ereignissen, die der Hauptsaga vorausgehen.
„Feuer und Blut – Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros“ (2018)
Das als Geschichtswerk verfasste Buch erzählt rund 300 Jahre vor „Das Lied von Eis und Feuer“ vom Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen und der Eroberung Westeros’ durch Aegon I.
„Targaryen – Der Aufstieg des Drachens – Die illustrierte Geschichte einer Dynastie“ (2022)
Das reich illustrierte Begleitbuch widmet sich ebenfalls der Geschichte der Targaryens und bietet einen visuellen Einblick in die Dynastie und ihre Drachen.
Lesetipp: Hier findest du die besten Landkarten zu literarischen Welten.
In welcher Reihenfolge solltest du die Zusatzbücher lesen?
Für den ersten Durchgang empfiehlt sich die einfache Variante: Lies zunächst die zehnteilige deutsche Standardausgabe oder die fünfteilige Neuauflage. Danach kannst du dich in die Vorgeschichte stürzen.
- Zuerst die „Das Lied von Eis und Feuer“-Reihe
- Der Heckenritter von Westeros: Das Urteil der Sieben“ (2013)
- „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer – Game of Thrones“ (2015)
- „Feuer und Blut – Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros“ (2018)
- „Targaryen – Der Aufstieg des Drachens – Die illustrierte Geschichte einer Dynastie“ (2022)
Du musst dich dabei nicht strikt an diese Reihenfolge halten. Gerade „Feuer und Blut“ und „Targaryen – Der Aufstieg des Drachens“ funktionieren auch unabhängig von der Hauptreihe, weil sie weit vor deren Handlung spielen.
Bücher oder Serie: Der beste Einstieg
Die HBO-Serie „Game of Thrones“ basiert auf der „Das Lied von Eis und Feuer“-Reihe, ist aber keine Eins-zu-eins-Verfilmung der Bücher. Gerade in den späteren Staffeln entfernte sich die Serie zunehmend von Martins noch nicht abgeschlossener Romanhandlung. Wenn du die Bücher zuerst liest, erhältst du eine andere Perspektive auf Westeros als beim Anschauen der Serie. Einige Figuren, Handlungsstränge und Entwicklungen weichen deutlich voneinander ab. Umgekehrt lohnt sich die Serie auch für Leser*innen, die bereits alle Romane kennen, gerade weil sie zeigt, wie die komplexe Welt für das Fernsehen interpretiert und verdichtet wurde.
Das Besondere an „Das Lied von Eis und Feuer“
Ihren Reiz verdankt die Fantasy-Reihe den zahlreichen Perspektiven: Du folgst nicht nur einer einzelnen Hauptfigur, sondern erlebst die Handlung aus der subjektiven Sicht vieler Charaktere. Niemand kennt die ganze Wahrheit – und was eine Figur zu wissen glaubt, kann eine andere jederzeit widerlegen. Jede Entscheidung hat mehrere Seiten. Genau das lässt die Welt von Westeros so lebendig, glaubwürdig und vor allem unberechenbar wirken.
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