Verwirrende Reihenfolge von Lucky Luke erklärt: So liest du die Abenteuer richtig
Wir verraten dir, welche Reihenfolge beim Lesen von Lucky Luke sinnvoll ist, welche Sonderausgaben es gibt und wann der nächste Band erscheint.
Jubiläumsjahr 2026: Seit 80 Jahren reitet Lucky Luke durch den Wilden Westen und begeistert Comic-Fans auf der ganzen Welt. Doch wer die Abenteuer heute sammeln oder chronologisch lesen möchte, stößt schnell auf eine Besonderheit: Die deutsche Nummerierung der Alben unterscheidet sich von der ursprünglichen Veröffentlichungsreihenfolge und beginnt kurioserweise erst bei der Nummer 15. Zudem steckt hinter der Reihe eine bewegte Geschichte, bei der sie zwischen verschiedene Machern und Verlagen weitergereicht wurde. Eins hat sich dabei aber natürlich nie geändert: Lucky Luke schießt schneller als sein Schatten – und gerät immer mal wieder in Schwierigkeiten. Wir zeigen dir, wie du die Comics richtig liest.
Wer hat Lucky Luke erfunden?
Lucky Luke wurde 1946 vom belgischen Comiczeichner Maurice de Bevere erschaffen, der unter seinem Künstlernamen Morris bekannt wurde. Sein Cowboy debütierte am 7. Dezember 1946 im belgischen Comicmagazin Spirou. Von Anfang an war Lucky Luke als humorvolle Western-Parodie gedacht, die sich an realen Ereignissen und historischen Persönlichkeiten des Wilden Westens orientierte. Ab 1955 arbeitete Morris mit dem berühmten Autor René Goscinny zusammen, der später auch die Geschichten von Asterix schrieb. Viele der beliebtesten Lucky-Luke-Abenteuer entstanden in dieser gemeinsamen Schaffensphase. Nach dem Tod von Goscinny im Jahr 1977 führten verschiedene Autoren die Reihe fort. Seit dem Tod von Morris im Jahr 2001 wird die Hauptserie vom Zeichner Achdé weitergeführt.
Die deutsche Reihenfolge: „Lucky Luke“ beginnt bei Band 15
Zuerst ist zu sagen, dass die Veröffentlichungsgeschichte von Lucky Luke in Deutschland recht verwirrend ist, weil sich seit 1958 mehrere Verlage, teilweise gleichzeitig, dem Cowboy widmeten. Wir konzentrieren uns hier deshalb auf den Kern: Die Comic-Alben, wie sie noch heute an jedem guten Kiosk erhältlich sind.
Die gängige deutsche Lucky Luke-Albenreihe beginnt offiziell erst mit Band 15 „Die Postkutsche“. Die ersten 14 Abenteuer erschienen zuvor als ZACK-Alben im Koralle-Verlag. ZACK war ein Comic-Magazin, in dem die Abenteuer als Fortsetzungsgeschichte veröffentlicht wurden.
Als der Verlag Ehapa die Serie übernahm, wurden diese Geschichten später neu veröffentlicht, allerdings mit anderen Bandnummern und teilweise leicht veränderten Titeln. Deshalb ist die deutsche Reihenfolge bis heute etwas verwirrend. Grund für das Verwirrspiel war die zeitgleiche Verfügbarkeit sowohl der Koralle-Ausgaben als auch der von Ehapa. Um kein Durcheinander zu stiften, orientierte man sich vorerst an der ursprünglichen Nummerierung.
Die ersten 14 Bände Lucky Luke
Wenn du dich an der offiziellen deutschen Reihenfolge orientieren möchtest, solltest du die ersten 14 Koralle-/ZACK-Alben lesen, bevor du mit der regulären Ehapa-Reihe ab Band 15 fortsetzt. Allerdings wurden die Bände später in die deutsche Reihenfolge eingefügt, lass dich davon also nicht verwirren. Was es einfacher macht: Um die Handlung zu verstehen, ist es gar nicht nötig, die Comics in einer bestimmten Reihenfolge zu lesen. Wie du die einzelnen Bände lesen willst, ist letztlich Geschmackssache. Das sind die 14 Koralle-/ZACK-Alben, die erst später bei Ehapa erschienen:
- „Dicke Luft in Dalton City“ entspricht Bd. 36 „Dalton City“ (1969)
- „... und der Kopfgeldjäger“ entspricht Bd. 43 „Der Kopfgeldjäger“ (1972)
- „... und der Großfürst“ entspricht Bd. 46 „Der Großfürst“ (1973)
- „Rächer der enterbten“ entspricht Bd. 38 „Jesse James“ (1969)
- „... und die verrückte Erbschaft“ entspricht Bd. 53 „Die Erbschaft von Rantanplan“ (1973)
- „Heiße Hits aus Mexiko“ entspricht Bd. 28 „Tortillas für die Daltons“ (1967)
- „Ma Daltons saubere Früchtchen“ entspricht Bd. 47 „Ma Dalton“ (1971)
- „Der Weiße Reiter“ entspricht Bd. 50 „Der Weiße Kavallier“ (1975)
- „... und die Geisterstadt“ entspricht Bd. 64 „Goldrausch“ (1965)
- „Die Daltons werden kuriert“ entspricht Bd. 54 „Die Daltons und der Psycho-Doc“ (1975)
- „Eine Woche Wilder Westen“ entspricht Bd. 66 „Eine Woche Wilder Westen“ (1974)
- „Western Zirkus“ entspricht Bd. 62 „Western Circus“ (1970)
- „Apachen Canyon“ entspricht Bd. 61 „Der Apachen-Canyon“ (1971)
- „Der Kaiser von Amerika“ entspricht Bd. 57 „Der Kaiser von Amerika“ (1976)
Die gesamte deutsche Reihenfolge im Überblick
Wie erwähnt wurden die 14 Alben, die zuerst bei Koralle und ZACK erschienen, später teils in die deutsche Reihenfolge eingegliedert. Präferierst du diese Chronologie, ergibt sich folgende Liste. Die doppelten Bände sind kursiv markiert:
- Dicke Luft in Dalton City
- Kopfgeldjäger
- Der Großfürst
- Rächer der Enterbten
- Erbschaft
- Heiße Hits aus Mexiko
- Ma Daltons saubere Früchtchen
- Der weiße Reiter
- Geisterstadt
- Daltons
- Eine Woche Wilder Westen
- Western Zirkus
- Der Apachen-Canyon
- Der Kaiser von Amerika
- Die Postkutsche
- Das Greenhorn
- Die Daltons brechen aus
- Der singende Draht
- Lucky Luke reitet für die 20er Kavallerie
- Am Mississippi
- Vetternwirtschaft
- Calamity Jane
- Den Daltons auf der Spur
- Lucky Luke gegen Joss Jamon
- Die Daltons im Blizzard
- Familienkrieg in Painful Gulch
- Die Daltons auf Schatzsuche
- Tortillas für die Daltons
- Auf nach Oklahoma!
- Die Daltons bewähren sich
- Der Richter
- Im Schatten der Bohrtürme
- Der einarmige Bandit
- Stacheldraht auf der Prärie
- Sarah Bernhardt
- Dalton City
- Billy the Kid
- Jesse James
- Kalifornien oder Tod
- Daisy Town
- Fingers
- Der Galgenstrick und andere Geschichten
- Der Kopfgeldjäger
- Die Eskorte
- Der Daily Star
- Der Großfürst
- Ma Dalton
- Die Verlobte von Lucky Luke
- Die Dalton-Ballade und andere Geschichten
- Der weiße Kavalier
- Der falsche Mexikaner
- Nitroglyzerin
- Die Erbschaft von Rantanplan
- Die Daltons und der Psycho-Doc
- Das Alibi und andere Geschichten
- Der Pony-Express
- Der Kaiser von Amerika
- Die Geisterranch und andere Storys
- Die schwarzen Berge
- Die Daltons auf dem Kriegspfad
- Der Apachen-Canyon
- Western Circus
- Gedächtnisschwund
- Goldrausch
- Die Jagd nach dem Phantom
- Eine Woche Wilder Westen
- High Noon in Hadley City
- Die Brücke am Ol`Man River
- Belle Starr
- Am Klondike
- O.K. Corral
- Marcel Dalton
- Oklahoma Jim
- Der Prophet
- Der Kunstmaler
- Eine Wildwest Legende
- Schikane in Quebec
- Die Reisschlacht
- Die Eisenbahn durch die Prärie
- Die Daltons in der Schlinge
- Die Gesetzlosen
- Am Fluss der rosa Biber
- Lucky Luke gegen Phil Steel
- Der Mann aus Washington
- Westwärts
- Das Elexier von Doc Doxey
- Lucky Luke gegen Pat Poker
- Lucky Luke gegen Pinkerton
- Lucky Kid
- Auf eigene Faust
- Ein starker Wurf
- Ein Menü mit blauen Bohnen
- Meine Onkel, die Daltons
- Martha Pfahl
- Das gelobte Land
- Mitten ins Schwarze
- Ein Cowboy in Paris
- Volle Fahrt voraus
- Fackeln im Baumwollfeld
- Die Ursprünge: Western von Gestern
- Rantanplans Arche
- Letzte Runde für die Daltons
- tba. (erscheint am 3. November 2026)
Die Hommage-Bände: Lucky Luke aus ungewohnter Sicht
Seit einigen Jahren dürfen bekannte Comic-Künstler eigene Interpretationen von Lucky Luke veröffentlichen. Diese Geschichten gehören nicht zur regulären Hauptserie und werden als Hommage-Reihe geführt. Jeder Künstler bringt dabei seinen eigenen Zeichenstil und seine eigene Erzählweise ein. Das Ergebnis ist ein Geschichten-Katalog, der Lucky Luke in ganz neuen Facetten zeigt. Gerade „Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ gilt als deutlich reiferer und realistischer als die klassischen Abenteuer. Fans erhalten hier einen ungewöhnlichen Blick auf den berühmten Cowboy:
- Der Mann, der Lucky Luke erschoss (2016, Matthieu Bonhomme)
- Jolly Jumper antwortet nicht (2017, Guillaume Bouzard)
- Wanted Lucky Luke (2021, Matthieu Bonhomme)
- Lucky Luke sattelt um (2021, Mawil)
- Zarter Schmelz (2021, Ralf König)
- Die Ungezähmten (2024, Blutch)
- Dakota 1880 (2026, Apollo & Brüno)
- Die Grimm Brothers (2026, Flix und Reinhard Kleist)
Lucky Kid: Die Kindheit von Lucky Luke
Mit „Lucky Kid“ erhielt der Cowboy 2011 eine eigene Spin-off-Reihe. Die Geschichten erzählen von Lucky Lukes Kindheit und seinen ersten Abenteuern, lange bevor er zum berühmten Revolverhelden wurde. Im Mittelpunkt stehen Schulalltag, Freundschaften und die ersten Begegnungen mit seinem späteren Pferd Jolly Jumper. Die Reihe wurde von Achdé gestaltet und richtet sich besonders an jüngere Leser. In Deutschland integrierte Ehapa alle Alben in der Lucky-Luke-Reihe, darunter:
Band 73: Oklahoma Jim (1997)
Band 82: Am Fluss der rosa Biber (1995)
Band 89: Lucky Kid (2011)
Band 91: Ein starker Wurf (2013)
Band 94: Martha Pfahl (2016)
Band 96: Mitten ins Schwarze (2018)
Band 98: Volle Fahrt Voraus (2020)
Die Hauptserie wird weiterhin fortgesetzt. Regelmäßig erscheinen neue Alben von Achdé und wechselnden Autoren. Zusätzlich wächst die Hommage-Reihe stetig weiter. Im Juni 2026 erschien „Die Grimm Brothers“, eine Hommage von den deutschen Künstlern Flix und Reinhard Kleist. Am November 2026 folgt der mittlerweile 103. Band der Lucky-Luke-Reihe. Der Titel ist noch geheim aber bereits vorbestellbar. Es wird Bezüge zur aktuellen politischen Lage in den USA geben, so die Vorankündigung.
Fazit
Wer Lucky Luke zum ersten Mal liest, kann problemlos mit den klassischen Alben beginnen. Für Fans, die die komplette Entwicklung des Cowboys erleben möchten, empfiehlt sich jedoch die chronologische Veröffentlichungsreihenfolge. Die Hommage-Bände bieten Alternativen mit völlig neuen Zeichenstilen, während die „Lucky Kid“-Reihe einen Blick auf die Kindheit des Mannes wirft, der bekanntlich schneller schießt als sein Schatten.
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