Reihenfolge der Asterix-Comics: So liest du die Bände richtig
In Deutschland wurde die Reihenfolge der Asterix-Comics verändert. Wir zeigen die richtige Ordnung und weitere spannende Fakten zur Reihe.
Es dürfte wohl kein Kind oder ehemaliges Kind geben, das die beiden widerständigen Gallier Asterix und Obelix nicht kennt. Seit 1959 die ersten Seiten von „Asterix der Gallier“ in der französischen Zeitschrift Pilote erschienen, sind Generationen von den Comicbänden und Filmen begeistert. Gerade in Deutschland lohnt sich ein genauer Blick auf die Publikationsgeschichte der französischen Comics, denn hierzulande gab es einige Irrungen und Wirrungen, bevor die Abenteuer ihren Weg so wie von Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (1927–2020) vorgesehen in die Kinderzimmer fanden. Nach dem ersten, höchst fragwürdigen Versuch einer gewissen deutschen Persönlichkeit hätte es nämlich gut sein können, dass wir Asterix gar nicht mehr zu lesen bekommen! Es ist zudem gut möglich, dass du deinen Asterix immer in der falschen Reihenfolge gelesen hast.
Asterix – der Publikations-Überblick
Bis jetzt sind 41 durchnummerierte Asterix-Bände erschienen, zuletzt „Asterix in Lusitanien“ 2025. Seit einigen Jahren hat es sich etabliert, dass alle zwei Jahre ein neuer Band erscheint – immer im Wechsel mit neuen Abenteuern des Cowboys Lucky Luke, die im gleichen Verlag erscheinen und früher zeitweise auch von Goscinny geschrieben wurden.
Die ersten 24 Bände gelten als die Klassiker, denn sie wurden von Goscinny und Uderzo gemeinsam erarbeitet. Der Texter René Goscinny verstarb mit 51 Jahren, danach machte Uderzo allein weiter. Die Veröffentlichungsdichte wurde dünner, die Qualität nahm in den Augen der Fans auch stetig ab. Uderzo blieb bis zu Band 34 („Asterix & Obelix feiern Geburtstag“, 2009) allein verantwortlich.
Danach wurden die französischen Comic-Künstler Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichnungen) verpflichtet. Die Frequenz stieg an – und auch die Qualität der Geschichten, noch mehr, seit ab Band 40 („Die weiße Iris“) der Künstler Fabcaro das Szenario übernommen hat.
Neben den regulären Alben erschienen ein paar illustrierte Geschichtenbände und Kurzgeschichten.
Die Anfangsschwierigkeiten
In Westdeutschland war Rolf Kauka in den 1960ern (und darüber hinaus) eine feste Größe des einheimischen Comicmarktes. Der Erfinder von Fix & Foxi war es auch, der die Abenteuer der rauflustigen Dorfbewohner als erster unters Volk brachte. Aber wie! Aus den Galliern Asterix und Obelix wurden die Teutonen „Siggi und Babarras“, die Römer hatten amerikanischen Akzent und die Comics wurden gespickt mit aktuellen politischen Bezügen, einer Portion Antisemitismus und platten Witzen. Goscinny und Uderzo waren schockiert und zogen in den Rechtsstreit mit Kauka, um die Herausgabe weiterer verschandelter Geschichten zu unterbinden.
Kauka, der die Geschichten 1965 und 1966 im Heft „Lupo modern“ veröffentlichte, erfand daraufhin die Germanen „Fritze Blitz und Dunnerkiel“ – einen schlanken blonden Krieger, und einen vollschlanken Kumpel mit Schnurrbart, die gegen die römischen Besatzer kämpften. Der Bezug war offensichtlich – nicht zuletzt, als die beiden Figuren wenig später in Siggi und Babarras umgetauft wurden.
Nach dem Kauka-Debakel musste der Ehapa-Verlag, der ab 1968 einen neuen Versuch unter den richtigen Namen startete, jede Übersetzung rückübersetzen und von den beiden Schöpfern absegnen lassen. Nun gab es aber keine Beanstandungen, denn die erfahrene Übersetzerin Gudrun Penndorf hat ganze Arbeit geleistet und mit ihren ikonischen Übersetzungen Generationen geprägt.
Das Problem mit der Reihenfolge
Wie bei vielen langlebigen Comicreihen, hat sich der Zeichenstil im Laufe der Jahre verändert. Bei Asterix ist das besonders auffällig. Und umso kurioser ist es, dass es zwischen Band 1 („Asterix der Gallier“) und Band 2 („Asterix und Kleopatra“) beträchtliche Unterschiede gibt, sich die Uhr danach aber scheinbar wieder zurückdreht. Das merkt man etwa am Aussehen von Troubadix oder dem Fehlen und Auftauchen des Hundes Idefix. Will man die Abenteuer also chronologisch lesen, muss man hierzulande umsortieren. Hier kommt ein Überblick über alle Bände in ihrer deutschen Reihenfolge, der Original-Sortierung und Sonderausgaben in Dialekten, etc.
Asterix: Die Reihenfolge
Hier ist der Überblick über alle Asterix-Alben. Sortiert sind sie nach der originalen(!) Publikationsreihenfolge, die sich von der gewohnten deutschen Ordnung unterscheidet. Letztere ist mit angegeben, dazu Informationen zu den Autoren, zu Abweichungen im Erscheinungsjahr und ggf. mehr.
- Asterix der Gallier, Goscinny/Uderzo, 1961. Dt.: Band 1, 1968.
Zuerst als „Siggi der Unverwüstliche“, 1966 in Lupo modern. - Die goldene Sichel, Goscinny/Uderzo, 1962. Dt.: Band 5, 1970.
Zuerst als „Siggi der Unverwüstliche“, 1965 in Lupo modern. - Asterix und die Goten, Goscinny/Uderzo, 1963. Dt.: Band 7, 1970.
Zuerst als „Siggi und die Ostgoten“, 1965 in Lupo modern. - Asterix als Gladiator, Goscinny/Uderzo, 1964. Dt.: Band 3, 1969.
Zuerst als „(Siggi) Kampf um Rom“, 1965 in Lupo modern. - Tour de France, Goscinny/Uderzo, 1965. Dt.: Band 6, 1970.
- Asterix und Kleopatra, Goscinny/Uderzo, 1965. Dt.: Band 2, 1968.
- Der Kampf der Häuptlinge, Goscinny/Uderzo, 1966. Dt.: Band 4, 1969.
- Asterix bei den Briten, Goscinny/Uderzo, 1966. Dt.: 1971. Ab hier war die Reihenfolge identisch.
- Asterix und die Normannen, Goscinny/Uderzo, 1966. Dt.: 1971.
- Asterix als Legionär, Goscinny/Uderzo, 1967. Dt.: 1971.
- Asterix und der Arvernerschild, Goscinny/Uderzo, 1968. Dt.: 1972.
- Asterix bei den Olympischen Spielen, Goscinny/Uderzo, 1968. Dt.: 1972.
- Asterix und der Kupferkessel, Goscinny/Uderzo, 1969. Dt.: 1972.
- Asterix in Spanien, Goscinny/Uderzo, 1969. Dt.: 1973.
- Streit um Asterix, Goscinny/Uderzo, 1970. Dt.: 1973.
- Asterix bei den Schweizern, Goscinny/Uderzo, 1970. Dt.: 1973.
- Die Trabantenstadt, Goscinny/Uderzo, 1971. Dt.: 1974.
- Die Lorbeeren des Cäsar, Goscinny/Uderzo, 1972. Dt.: 1974.
- Der Seher, Goscinny/Uderzo, 1972. Dt.: 1975.
- Asterix auf Korsika, Goscinny/Uderzo, 1973. Dt.: 1975.
- Das Geschenk Cäsars, Goscinny/Uderzo, 1974. Dt.: 1976.
- Die große Überfahrt, Goscinny/Uderzo, 1975. Dt.: 1976.
- Obelix GmbH & Co. KG, Goscinny/Uderzo, 1976. Dt.: 1978.
- Asterix bei den Belgiern, Goscinny/Uderzo, 1979. Das war der letzte gemeinsame Band von Goscinny und Uderzo.
- Der große Graben, Uderzo, 1980.
- Die Odyssee, Uderzo, 1981. Dt.: 1982.
- Der Sohn des Asterix, Uderzo, 1983.
- Asterix im Morgenland, Uderzo, 1987.
- Asterix und Maestria, Uderzo, 1991.
- Obelix auf Kreuzfahrt, Uderzo, 1996.
- Asterix und Latraviata, Uderzo, 2001.
- Asterix plaudert aus der Schule, Uderzo, 2003. Eine zuerst als Sonderband erschienene Sammlung von Kurzgeschichten, die erst in der dritten Auflage in die Zählung aufgenommen wurde.
- Gallien in Gefahr, Uderzo, 2005.
- Asterix und Obelix feiern Geburtstag, Uderzo, 2009. Spezial-Band zum 50. Jubiläum, der auch Textpassagen von Goscinny enthält.
- Asterix bei den Pikten, Ferri/Conrad, 2013. Der erste Band, der ohne die direkte Mitwirkung Albert Uderzos entstand.
- Der Papyrus des Cäsar, Ferri/Conrad, 2015.
- Asterix in Italien, Ferri/Conrad, 2017.
- Die Tochter des Vercingetorix, Ferri/Conrad, 2019.
- Asterix und der Greif, Ferri/Conrad, 2021.
- Die weiße Iris, Fabcaro/Conrad, 2023.
- Asterix in Lusitanien, Fabcaro/Conrad, 2025.
Die Asterix-Sonderbände
Neben den durchnummerierten Alben erschienen im Laufe der Jahre eine Vielzahl anderer Bücher. Von Mundartausgaben in allerlei deutschen Dialekten über Kochücher und Bände über die historischen Hintergründe ist alles denkbare dabei. Wir schauen hier noch auf einige Sonderbände, die auf den Buchrücken der regulären Bücher abgebildet sind (und einen Ausnahmefall).
Asterix erobert Rom: Das Buch zum Film wurde 1976 herausgegeben und bietet neben der Geschichte in Prosa-Form Bilder aus dem Film, die aber für das Buch neu gezeichnet wurden. 2016 erschien eine komplett überarbeitete Neuauflage.
Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist: Das 1989 erschienene Buch ist kein Comic, sondern eine illustrierte Geschichte. Das Prequel erzählt, wie Obelix zu seiner übermenschlichen und dauerhaft anhalten Kraft gekommen ist. Der Text erschien bereits 1965 in der Zeitschrift Pilote, die Bilder schuf Albert Uderzo in den 1980ern für diese Ausgabe neu.
Gallische Geschichten: Der 1993 veröffentlichte Band bietet zahlreiche kleine Ausschnitte aus den ersten 29 Büchern und zusätzlich vier neue Kurzgeschichten. Eine davon („Die Antiquitätenhändler“) wurde von Albert Uderzos Bruder Marcel gezeichnet und darf nicht mehr publiziert werden. Entsprechend ist dieser Band, im Gegensatz zu den anderen, auch nur noch gebraucht erhältlich.
Asterix und seine Freunde: Ein 2007 veröffentlichtes Hommage-Album anlässlich des 80. Geburtstags Albert Uderzos. Hier haben diverse Comickünstler (ja, alles nur Männer) ihre kurzen Asterixgeschichten beigetragen, jeder in seinem eigenen Stil.
Das Geheimnis des Zaubertranks: Das Buch zum Animationsfilm, erschien 2018, ebenfalls als Prosa-Bilderbuch.
Asterix – die Hommage: Auch hier haben sich zahlreiche Comicschaffende versammelt, um ihre Interpretationen des Galliers zu zeigen. Anlass der Veröffentlichung 2019 war der 60. Geburtstag der Asterix-Comics.
Der Goldene Hinkelstein: Eine bebilderte Prosa-Geschichte von Goscinny und Uderzo, die als Begleitbuch zu einer Schallplatte bereits 1967 erschien und 2020 neu aufgelegt wurde.
Im Reich der Mitte: Ein weiterer bebilderter Prosa-Band, erschienen 2023 begleitend zum gleichnamigen Real-Film.
Jetzt kennen wir also ein paar Hintergründe und die wirklich richtige Reihenfolge der Asterix-Comics. Eine gute Gelegenheit, sich die Geschichten noch einmal chronologisch zur Hand zu nehmen und auf die Entwicklung der Zeichnungen und Figuren zu achten. So kann man die Wartezeit bis zum Erscheinen des 42. Bandes im Herbst 2027 doch prima überbrücken.
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