Janosch ist tot: Schriftsteller und Illustrator mit 95 Jahren gestorben

Abschied von Janosch: Seine Geschichten bleiben unvergessen. Wir stellen dir fünf seiner Bücher vor, jedes für einen anderen Moment im Leben.

Janosch gestorben
Quelle: IMAGO / Winfried Rothermel

Der Schriftsteller Janosch ist im November 2026 im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben. Ihm zu Ehren nehmen wir fünf seiner schönsten Bücher aus dem Regal.

Ein kleiner Tiger, ein kleiner Bär und eine gestreifte Holzente auf Rädern: Mit diesen drei Figuren hat Janosch Generationen von Kindern begleitet. Seine Bücher sind in rund 40 Sprachen erschienen, die Gesamtauflage geht in die Millionen. Am Dienstag ist er gestorben, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Über seine eigene Kindheit hat Janosch einmal gesagt: „Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person.“ Geschrieben hat er trotzdem Geschichten über Freundschaft, Fürsorge und ein Zuhause, in das man zurückkehren kann. Deshalb stellen wir dir fünf davon vor, jedes für einen anderen Moment im Leben.

#1 Zum Vorlesen: „Oh, wie schön ist Panama“

Oh, wie schön ist Panama, Buch von Janosch
Quelle: Amazon
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Mit diesem Bilderbuch von 1978 ziehen der kleine Tiger, der kleine Bär und die Tigerente in die Kinderzimmer ein. Der Bär findet eine Kiste, auf der „Panama“ steht und die nach Bananen riecht. Also machen sich die beiden Freunde auf den Weg in das Land ihrer Träume.

Sie laufen im Kreis, ohne es zu merken, und kommen am Ende wieder bei sich zu Hause an. Ihr Häuschen ist inzwischen verfallen, also richten sie es wieder her. Am Ende sagt der Bär, wie gut es sei, dass sie Panama gefunden hätten.

Ein Jahr nach dem Erscheinen erhielt Janosch den Deutschen Jugendliteraturpreis. Zu der Geschichte passt ein Satz, den Janosch 2017 im Schweizer Radio SRF gesagt hat: „Je weniger man braucht, umso glücklicher ist man.“

Lesetippp: Kinderbücher: Welche Klassiker sollte man seinen Kindern vorlesen?

#2 Für Tage im Bett: „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“

Ich mach dich gesund, sagte der Bär, Buch von Janosch
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In diesem Buch von 1985 wird der kleine Tiger krank. Der Bär kümmert sich um ihn und bringt ihn ins Krankenhaus. Dort zeigt das Röntgenbild, was los ist: Ein Streifen ist verrutscht. Nach der Operation ist der Tiger wieder gesund.

Mehr braucht die Geschichte nicht. Einer ist krank, und einer ist für ihn da.

#3 Für alle, die jemanden vermissen: „Post für den Tiger“

Post für den Tiger, Buch von Janosch
Quelle: Amazon

Der kleine Bär geht angeln und der kleine Tiger fühlt sich allein, sobald sein Freund weg ist. Also bittet er ihn, ihm einen Brief zu schreiben. Daraus wird eine Geschichte über das Vermissen und darüber, wie man in Verbindung bleibt.

In den Niederlanden wurde das Buch mit dem Silbernen Griffel ausgezeichnet.

#4 Für Erwachsene: „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“

Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm, Buch von Janosch
Quelle: Amazon

Acht Jahre vor Panama erschien 1970 dieser Roman, mit dem Janosch von seiner Herkunft erzählt. Er spielt zwischen 1935 und 1945 in Poremba, einem Dorf an der polnischen Grenze. Es geht um Schmuggler, Pferdehändler und Dorffeste, warmherzig erzählt und zugleich satirisch.

Wer bisher nur Tiger und Bär kennt, lernt hier einen anderen Janosch kennen.

#5 Für jeden Tag: „Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!“

Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!, Buch von Janosch
Quelle: Amazon

Ab 2013 erschien in der Zeit eine Kolumne, in der Janosch seinen Herrn Wondrak das Zeitgeschehen kommentieren ließ. „Zeit“-Redakteur Tillmann Prüfer schreibt im Nachwort einen Satz, der auf Janoschs ganzes Werk passt: „Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet.“

„Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!“, gebundene Ausgabe, Droemer.

Welche Autor*innen des 21. Jahrhunderts ebenso nicht mehr unter uns weilen, siehst du im Lesetipp: Bekannte Autoren des 21. Jahrhunderts, die leider schon verstorben sind

Das Leben hinter den Büchern

Janosch ( Horst Eckert ), deutscher Illustrator, Zeichner und Schriftsteller, signiert eines seiner Bücher in der Galerie Griesshaber, Tübingen, Baden-Württemberg, Deutschland
Quelle: IMAGO / Alexander Gonschior

Janosch wurde 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen Hindenburg geboren, dem heutigen Zabrze in Polen. Seine Kindheit war von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht des Vaters geprägt. „Meine Eltern interessierten keine Farben“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Als Kind wünschte er sich einen Tuschkasten mit Gold, Silber und Rosa.

Ein Jahr nach Kriegsende floh die Familie nach Westdeutschland. Janosch arbeitete in einer Textilfabrik, lernte Musterzeichnen und ging 1953 an die Kunstakademie in München. Nach einigen Probesemestern musste er sie wieder verlassen, wegen „mangelnder Begabung“.

1960 erschien sein erstes Kinderbuch, „Die Geschichte von Valek dem Pferd“. Sein damaliger Verleger Georg Lentz riet ihm, sich künftig Janosch zu nennen. Welche berühmten Autorinnen und Autoren noch unter anderem Namen schreiben, liest du hier bei uns.

Später zog Janosch nach Teneriffa, wo er bis zuletzt lebte. In der Hängematte verbringe er dort „die beste und schönste Zeit im ganzen Leben“, hat er einmal gesagt.

Wo du Janosch jetzt nahe sein kannst

Tiger und Bär sind längst mehr als Kinderbuchfiguren
Quelle: Ernst Barlach Gesellschaft e. V.

Im Barlach Kunstmuseum Wedel vor den Toren Hamburgs läuft gerade die Ausstellung „Janosch: Die Erfindung der Freundschaft“. Sie ist erst am 25. Oktober eröffnet worden und noch bis zum 4. April 2027 zu sehen. Gezeigt wird Janosch als Zeichner, Maler, Illustrator und Erzähler.

Mehr über die Janosch-Ausstellung in Wedel und die Hintergründe zu Janoschs Tod liest du bei t-online.

An weitere Helden unserer Kindheit, die nicht mehr da sind, erinnern unsere Kolleginnen und Kollegen von unsere-helden.com.

Tiger und Bär haben Panama gesucht und es zu Hause gefunden. Janoschs Bücher bleiben in unseren Regalen und wir werden sie weiter aufschlagen. Danke, Janosch!

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